Qigong

Qigong bedeutet übersetzt „Arbeit mit dem Qi“. Die Chinesen bezeichnen mit dem Begriff Qi, welcher im Übrigen nicht „Ki“, sondern „Chi“ ausgesprochen wird, eine unsichtbare Kraft, die alles, sowohl in physischer als auch geistiger Hinsicht, durchfließt. Dies ist zugegebenermaßen eine recht abstrakte Vorstellung. In Europa übersetzt man Qi daher meist einfach mit „Lebenskraft“ oder „Energie“.

Beim Qigong arbeitet man folglich mit dem menschlichen Körper und Geist. Dabei bedient man sich Atem-, Bewegungs-, Konzentrations- und Meditationsübungen. Über die Jahrhunderte haben sich die Inhalte und Zielsetzungen des Qigong mehrmals verändert, wobei die genaue Herkunft der Übungen nicht eindeutig belegt werden kann. Man nimmt aber an, dass die erste Überlieferung von Übungen des Qigong ca. aus dem Jahre 200 vor Christus stammt. Hierzu beruft man sich auf das älteste überlieferte Werk chinesischer Medizin, den „Fragen und Antworten des Gelben Kaisers zum Innern“. Dabei handelt es sich um eine Sammlung medizinscher Ratschläge, zu denen auch Körperübungen zur Erhaltung der Gesundheit zählen.

Große Bedeutung hatte das Qigong auch im Daoismus. Der Daoismus ist eine chinesische Religion und Philosophie, deren Kern die natürliche Gleichwertigkeit und Einheit der Dinge ist. Ein Daoist richtet sich nach dem Kern des Wesens des Kosmos und ist ständig bemüht dem Lauf des „Dao“, also der Natürlichkeit der Dinge zu folgen, statt ihnen entgegen zu wirken. Um dieses Ziel zu erreichen, empfiehlt der Daoismus die Pflege des Qi. Das Qigong war daher ein wichtiger Teil des praktizierten Daoismus. Im 3. Jahrhundert vor Christus verbreitete sich zusätzlich der Glaube, man könne mit Qigong Unsterblichkeit erlangen, was ebenfalls in Einklang mit dem daoistischen Denken stand, da die körperliche Unversehrtheit mit dem im Daoismus gelehrten Konzept der Unversehrtheit der kosmischen Ordnung korreliert. Als im 6. Jahrhundert der Buddhismus aus Indien nach China kam, nahm auch er Einfluss auf Qigong. Aus dem Buddhismus sind hauptsächlich meditative Übungen bekannt, die der Erlangung von Erleuchtung dienen. Bei der Kultivierung des indischen Buddhismus in der Reihe der chinesischen Glaubens- und Lebensweisen, zeichnet er sich dadurch besonders für die Meditationsübungen im Qigong verantwortlich.

In der Zeit danach war das Qigong eher verpöhnt und wurde fast ausschließlich von Geistlichen praktiziert. Nach der Kulturrevolution in den 60er und 70er Jahren des 20. Jahrhunderts, erlebte das Qigong sein Revival. Während es in der Vergangenheit sogar verboten war, wurde es ab nun als ein wichtiger Teil chinesischer Kultur angesehen. Die Wirkung des Qi wurde nun wissenschaftlich untersucht und Qigong gezielt zum Heilen von Krankheiten, hauptsächlich aber zur Vorbeugung eingesetzt. Grundsätzlich empfehlen sich Übungen des Qigong aber immer als Beitrag zu einer gesunden Lebensführung. Hier sei besonders der Aspekt der Stressbewältigung genannt. Qigong trägt dazu bei, Körper und Geist in Einklang zu bringen, indem es Meditations- mit Körperübungen verbindet. Es hilft, abzuschalten und sich zu enstpannen und manche Übungen können sogar das Gewicht reduzieren.

Eine weitere Möglichkeit den Geist und den Körper fit zu halten ist ein Personal Fitness Training.

Um Qigong in seiner Wirkung zu optimieren, wird es heute oft auch mit westlichen Therapiemethoden wie autogenem Training oder Atemtherapie verbunden. Insgesamt gibt es daher eine schier unendliche Anzahl von Übungen innerhalb einer Vielzahl von unterschiedlichen Richtungen, die allesamt ihren eigenen Schwerpunkt haben. Für das Praktizieren von Qigong empfiehlt es sich daher unbedingt, den Einstieg mit einem Experten zu machen.