TaiChi Wu-Stil
Der Wu-Stil ist einer der fünf bekannten Familienstile der chinesischen Kampfkunst TaiChi, die dem Kaiserreich entstammt. Der Wu-Stil wird oftmals auch als neuer Wu-Stil bezeichnet und ist keinesfalls zu verwechseln mit dem alten Wu-Stil, der auch unter dem Namen Wu/Hao-Stil bekannt ist. Diese beiden TaiChi-Stile stammen von zwei Familien ab, die sich in unterschiedlichen Clans befanden.
Bei dem Gründer des Wu-Stils handelt es sich um den Hauptmann der Mandschuren Quan You, welcher selbst ein Schüler von Yang Lu Chan war. Dieser war wiederum der Gründer des Stils, der heute als Yang-Stil bekannt ist.
Der Name You wurde erst eine Generation nach der Gründung des Wu-Stils an die chinesische Aussprache angepasst ("Wu"). Der Sohn von Quan You entwickelte in dieser Zeit eine neue Art des Tai Chi, bei der er auf die traditionellen schnellen Bewegungen setzte und diese mit langsamen Handbewegungen verband. Der Wu-Stil schlug damit seine Wurzeln in der frühen chinesischen Republik, in der auch die Tradition nachließ, die Künste des TaiChi nur an seine Familienmitglieder weiterzugeben. Somit konnten auch nach und nach immer mehr "Außenstehende" diese Kampfkunst erlernen.
Bezeichnend für den Wu-Stil sind vor allem seine lockeren, weichen und fließend ineinander übergehenden Bewegungen, die teilweise langsam und teilweise auch schneller durchgeführt werden. Vor allem die Handbewegungen werden sehr langsam, aber dafür umso präziser ausgeführt. Die Waffenformen, von denen der Wu-Stil auch einige zu bieten hat, bauen auf diesen Grundeigenschaften der Bewegung auf, werden aber meist schneller ausgeführt. Zu den Waffenformen des Wu-Stils gehören verschiedenen Säbel-, Lanzen- sowie Schwertformen.
Neben den Waffen- und Handformen bietet der Wu-Stil des TaiChi auch noch zahlreiche Partnerübungen, wie zum Beispiel die so genannten PushHands. Diese sollen dabei helfen, die Grundformen mithilfe eines Partners zu überprüfen und zu verfestigen, um so sicher zu gehen, dass man diese auch verstanden hat.
Ein weiteres wichtiges Merkmal des Wu-Stils ist die natürliche Atmung. Dabei sollte der Atem stets tief sein und so den gesamten Körper mit ausreichend Sauerstoff zu beliefern. Die Körperhaltung ist nach den Prinzipien des TaiChi aufrecht, wobei die Schultern und das Becken gesenkt werden und die Ellenbogen locker am Körper herunterhängen. Durch diese Haltung soll gewährleistet werden, dass der Körper leicht und frei beweglich wird.
Der Wechsel von langsamen und schnellen Bewegungen sind nicht nur im Wu-Stil zu erkennen, sondern auch der so genannte Chen-Stil weist diese Bewegungsart auf. Allerdings gibt es zwischen diesen beiden Stilen eine sehr genaue Abgrenzung, da die Waffenformen des Chen-Stils um einiges vielfältiger sind. Zudem weist der Chen-Stil auch ausgeprägte Spiralbewegungen und viele Formen der Selbstverteidigung auf. So etwas ist bem Wu-Stil nicht zu beobachten.
Der namentlich dem Wu-Stil sehr ähnliche Wu/Hao-Stil ist von der Bewegungsart her auf keinen Fall vergleichbar mit neuen Wu-Stil. Während man beim Wu-Stil vor allem auf langsame und weiche Bewegungen setzt, ist der Wu/Hao-Stil von eher schnellen und harten Bewegungen geprägt.
Der Wu-Stil ist viel mehr mit dem Yang-Stil verwandt. Diese beiden Stile kann man nur schwer voneinander unterscheiden, da die Bewegungen beim Yang-Stil ebenfalls weich und fließend sind. Allerdings sind die Bewegungen des Wu-Stils kleiner als die des Yang-Stils.