Der Dao-Säbel

Der chinesische Säbel Dao hat einen kurzen Griff und wird daher meist einhändig geführt. Die Klinge wird zur Spitze hin immer breiter. Da der Säbelrücken jedoch gerade verläuft entsteht in Richtung der Säbelspitze eine plan-konvexe Form und eine eher parallele Form im unteren Teil der Klinge. Ein Handschutz verhindert das Abgleiten bei Stoßbewegungen. Der Dao besitzt nur eine Schneide, der Säbelrücken ist nicht geschliffen.

Durch die breite Spitze verlagert sich der Schwerpunkt des Säbels nach vorne. Er ist daher ideal als Hiebwaffe geeignet. Die Form des Dao unterstützt den Schlag und verleiht ihm mehr Kraft. Nichtsdestotrotz kann und wird der Säbel dank der spitzen Klinge auch als Stoßwaffe verwendet.

Der geschwungene Reitersäbel ist bereits seit dem achten Jahrhundert bekannt. In die chinesische Kampf- und Kriegskunst hat er jedoch erst im dreizehnten Jahrhundert Einzug gefunden. Mongolische Invasionstruppen und die Regentschaft der mongolischen Yuan Dynastie haben den Dao nach China gebracht. Dort wurde er jedoch hauptsächlich von Bodentruppen verwendet.

Die chinesischen Fußsoldaten haben den Dao im Kampf in Kombination mit einem damals gebräuchlichen Rundschild verwendet. Die Einsatzgebiete sind bzw. waren vielfältig. Besonders im Nahkampf gegen stark gepanzerte Gegner war der kraftvolle schlag von Vorteil. Damit war es leichter die starke Panzerung zu durchdringen und so den Gegner kampfunfähig zu machen oder sogar zu töten.

Der Dao wurde aber auch zum Sturmangriff gegen feindliche Truppen und vor allem Bogenschützen verwendet. Mit dem Schild zur Verteidigung und dem zusätzlichen Schwung des Anrennens konnte bereits der erste Schlag tödlich für die Gegner sein.

Schwächen zeigt der Dao vor allem im Kampf gegen Reiter und lange Waffen. Gegner mit einem Langstock (Dagan), einem Speer (Qian) oder der chinesischen Hellebarde (Guan Dao) konnten dem Angriff mit einem Dao ganz einfach den Schwung und somit den Vorteil nehmen.

Heute gibt es verschiedene Formen des Dao. Die vier gebräuchlichsten sind Yanmao Dao, Liuye Dao, Pian Dao und Niuwei Dau.

Yanmao Dao
Der Yanmao Dao zeichnet sich durch eine hauptsächlich im Bereich der Spitze geschwungene Klinge, die jedoch bis auf die Spitze durchgängig gleich breit ist, aus. Dadurch ist der Schwerpunkt weiter nach hinten in Richtung Griff verlagert. Er besitzt damit keine so große Schlagkraft ist jedoch gegen einen Gegner mit einem Schwert besser geeignet.

Luive Dao
Der Luive Dao zeichnet sich durch eine lange und über die gesamte Länge geschwungene Klinge aus. Die Spitze dieses Dao besitzt meist eine doppelte Schneide. Diese Variante hat sich im Laufe der Zeit zu einer der beliebtesten Waffen in der chinesischen Armee entwickelt, weil zum Schwertkampf wie auch als Hiebwaffe eingesetzt werden kann.

Pian Dao
Der Pian Dao unterscheidet sich nicht sehr stark vom Luive Dao. Der Hauptunterschied liegt in der Krümmung der Klinge. Der Pian Dao ist meist noch stärker gekrümmt.

Niuwei Dao
Der Nuiwei Dao entwickelte sich erst sehr spät und hat doch die größte Ähnlichkeit mit dem ursprünglichen Hiebsäbel. Die Klinge verläuft zunächst parallel, danach bleibt die Schneide weiterhin gerade, der Säbelrücken macht jedoch einen Knick. Erst im Bereich der Spitze wird auch die Schneide geschwungen. Damit ist beim Niuwei Dao die Spitze breiter als das untere Ende der Klinge.

Eine weitere Besonderheit: er wurde nie von militärischen Einheiten verwendet, sondern nur von Zivilisten oder im Bereich der Kampfkunst. Was vermutlich auch erklärt, dass dies heutzutage eine der beliebtesten Waffen in den unterschiedlichsten Kampfkünsten ist.